Wangari Maathai

Wangari Muta Maathai | Professorin, Politikerin
* 1. April 1940 im Nyeri District, im Dorf Ihithe | + 25. September 2011 in Nairobi

Wangari war 1966 nicht nur die erste Afrikanerin, die promovierte, sie war auch 2004 die erste Afrikanerin, die einen Friedensnobelpreis erhielt. Unbeirrbar setzte sie sich für nachhaltige Entwicklung, Menschenrechte und Demokratie ein. Sie war mutig, stark und innovativ.

Vor allem in ihrer Heimat war sie außergewöhnlich, schließlich war die Biologin die erste Kenianerin mit Doktortitel, die erste Professorin an der Universität von Nairobi, dazu selbstbewusst und geschieden. All das, obwohl sie in ärmsten Verhältnissen aufgewachsen war, geprägt von einem strengen Patriarchat. 

Sie begeisterte und ermutigte vor allem Kenias Frauen, sich von nichts und niemandem aufhalten zu lassen, selbstbestimmt zu leben und zu arbeiten. Wangari wurde zur zentralen Identifikationsfigur der Frauenbewegung in Kenia und war seit 1981 Vorsitzende des National Council of Women.

Für ihr politisches Engagement und die Gründung des Green Belt Movement wurde Wangari vielfach ausgezeichnet. Sie ermutigte Frauen, Baumschulen zu gründen und sogenannte grüne Gürtel anzulegen, um das Land wieder fruchtbar zu machen, nachdem es jahrzehntelang gerodet worden war. Ihre Organisation bezahlte die Frauen für jeden gepflanzten Setzling, was für viele das erste eigene Einkommen bedeutete. Im Laufe der Jahre pflanzte die Umweltschutz-Organisation gegen die Wüstenbildung rund 50 Millionen Bäume in Kenia und anderen Ländern Afrikas. Nebenbei bildete das Green Belt Movement über tausende Frauen in verschiedenen Berufen aus, setzte sich für friedlichen Zusammenhalt und Versöhnung ein und stärkte die Rechte der Frauen in Kenia. 

Mit ihrer unerschrockenen Art fing sie an, das politische Establishment zu stören. Die internationale Öffentlichkeit war ihr häufig ein wichtiges Schutzschild gegen die vielen politischen Bedrohungen und Einschüchterungsversuche in Kenia. Zu ihren Lebzeiten wurde Wangari von mächtigen lokalen Eliten verleumdet, angegriffen, eingesperrt und verurteilt. Die Folge war, dass ihr Mann, der einen der lukrativsten Posten im Parlament bekleidete, die Scheidung einreichte. Die Begründung sagt alles: Seine Frau war ihm „zu gebildet, zu stark und zu schwer zu kontrollieren“.

Das von ihr gegründete Green Belt Movement und andere soziale Bewegungen in Kenia bewahren bis heute aktiv ihr Vermächtnis als Ökologin, Frauenrechtlerin und Friedensstifterin.